Aufstehen, Hinstehen und Einstehen für die Demokratie

03.10.2017, dK
Aufstehen, Hinstehen und Einstehen für die Demokratie
Quelle: CDU Ravensburg
(von links) der neugewählte Bundestagsabgeordnete Axel Müller, Stadtverbandsvorsitzender August Schuler MdL und Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp rufen zum "Tag der Deutschen Einheit" zum Nachdenken über Nation und Demokratie auf
 
Feierstunde der CDU Ravensburg zum Tag der deutschen Einheit

Mit Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp als Festredner und mit dem neu gewählten Wahlkreisabgeordneten für den Deutschen Bundestag, Axel Müller, der ein Grußwort sprach, konnte August Schuler auch in diesem Jahr fast 80 Mitglieder und Gäste im Kornhaussaal der Stadtbücherei begrüßen. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete sprach von der demokratischen Aufgabe, diese einzige öffentliche Veranstaltung zum Tag der deutschen Einheit in der Stadt auch in Zukunft beizubehalten. Unter den Gästen waren auch der langjährige CDU Kreisvorsitzende und Minister i.R. Rudi Köberle, Bundestagsabgeordneter Waldemar Westermayer, zahlreiche Stadt- und Kreisräte, sowie Unionsvorsitzende und Vorstände. 

 

Die Verbindung aus einem zeitgeschichtlichen Rückblick auf 1989/1990 bundesweit und auf kommunaler Ebene war das Anliegen von Ravensburgs Stadtoberhaupt Daniel Rapp. Der Oberbürgermeister dankte bei dieser Gelegenheit der CDU, dass sie seit bald 25 Jahren eine Feier- und Gedenkstunde zum Einheitstag öffentlich begeht. Daniel Rapp erschien mit Blick auf die Monate vor und nach der Maueröffnung wichtig, dass diese Wiedervereinigung letztlich gar nicht so selbstverständlich und einfach war, wie es heute erscheinen mag. Es bedurfte vieler mutiger Bürgerinnen und Bürger aus Leipzig und Dresden, aus Plauen und Berlin, die standhaft und friedlich für "ein Volk und ein wiedervereinigtes Deutschland" eintraten. Und es bedurfte kluger politischer Entscheidungen, nicht zuletzt Bundeskanzlers Helmut Kohls, sowie des persönlichen Vertrauens etwa zum US-Präsidenten George W. Bush und zum sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, das die politischen Entscheidungsträger damals einander entgegenbrachten. Rapp erinnerte auch an mehrere Ravensburger, die 1989/1990 die Kontakte zur heutigen Partnerstadt in Coswig vermittelt und dann über Jahre aufgebaut haben. Eindrücklich schilderte er etwa einen Bus, den der damalige Oberbürgermeister Hermann Vogler im Frühjahr 1990 nach Coswig geschickt hatte, um die dortige Verwaltung mit den dringendsten Hilfsmitteln auszustatten und den dortigen Gemeinderat zu einem Informationsbesuch nach Ravensburg zu bringen. Der OB erinnerte aber auch an die Einsätze der Ravensburger Feuerwehren, die ihren Kameraden in Coswig mehrfach bei Flutkatastrophen beigestanden haben. Inzwischen haben viele Vereine und Verbände, darunter auch der CDU Stadtverband langjährige und freundschaftliche Verbindungen zu den Partnern aus Coswig. Für Rapp sind dies Beispiele, dass die Einheit der Nation nicht eben nur über einen Vertrag entstehen kann, sondern auch durch die gelebte Solidarität füreinander und die persönlichen Begegnungen untereinander.

 

Das Leben für die Freiheit eingesetzt

Zunächst brachte Axel Müller, MdB zwei Beispiele von Bürgern in Erinnerung, die 1980 und 1989 beim Versuch, die Grenze und Mauer in Berlin zu überwinden, von DDR-Grenzsoldaten erschossen worden sind. Für ihn sind dies Menschen, die für die heute so selbstverständliche Freiheit und Demokratie gestorben sind. Er thematisierte dann aber auch das Schicksal von Menschen, die es seit der Einheit beruflich und persönlich schwer hatten und die heute durchaus resigniert sind. Für ihn als neuen Abgeordneten ist es wesentlich, auf solche Menschen einzugehen, die ihre Verbitterung bei der Bundestagswahl mit der Wahl einer der radikalen Parteien zum Ausdruck gebracht haben.

 

Nachdenken über Demokratie und Nation 

Das jährliche Gedenken durch Aufarbeitung der Zeitgeschichte und die Gelegenheit, am 3. Oktober auch über Fragen der Nation nachzudenken, ist ein Anliegen von August Schuler, MdL. Der nationale Feiertag dürfe natürlich auch ein freier Tag sein oder ein Tag für Aktivitäten aller Art. Doch der Anlass des nationalen Feiertages dürfe eben nicht in den Hintergrund treten, gerade in einer so dynamischen und offenen Stadt wie Ravensburg, in der man positiv in die Zukunft schaue. Gerade deshalb dankte Schuler den zahlreichen Gästen für Ihr Kommen, auch dem jugendlichen Bläser-Trio der Musikschule für ihre drei Stücke. „Aufstehen, Hinstehen und Einstehen" diese Maxime des von den Nationalsozialisten ermordeten Zentrums-Politikers Eugen Bolz, von 1928 bis 1933 Staatspräsident in Württemberg, gelte durchaus auch für den friedlichen Protest gegen die DDR-Diktatur und den Weg zur deutschen Einheit. Diese Maxime gelte auch heute, wenn es darum gehe, für die Demokratie aufzustehen, hinzustehen und einzustehen gegen radikale und extreme Parteien.