Nach der USA Wahl

04.11.2016, gM
Nach der USA Wahl

Europäische Sicherheitspolitik unter neuen Vorzeichen.
Wohin steuert die ehemalige Weltmacht Russland?

Auch wenn noch vieles in der zukünftigen Aussenpolitik der USA unter Donald Trump ungewiss ist. In einem sind sich die meisten Experten einig: Europa muss und wird zukünftig mehr Verantwortung in der internationalen Sicherheitspolitik übernehmen. Wladimir Putin erhebt dabei Anspruch auf eine führende Rolle in dieser neuen Sicherheitsarchitektur und treibt gleichzeitig die Vorherrschaft im nachsowjetischen Raum voran. Welche Ordnung er dabei anstrebt und mit welchen Verbündeten er ein Gegengewicht zur westlichen Dominanz bilden will und weshalb gerade jetzt Deutschland, die größte Wirtschaftsmacht der EU, als starkes Bindeglied gefordert ist? - um diese und weitere "Streit"-Fragen geht es am kommenden Montag, 14.11.2016 beim Vortragsabend des CDU Ortsverbandes Ravensburg mit Gastreferent Alfred Endress , Bürgermeister a.D. und langjähriger Hochschuldozent. Alfred Endress war u.a. viele Jahre für die EU in Bulgarien, Weißrussland und der Ukraine tätig. Der Vortragsabend mit anschließender Diskussion ist öffentlich und beginnt um 19.00 Uhr im Wirtshaus Mohren .

  (Streit) Thesen des Vortrags:

  1. Europa ist eine Werte- und Schicksalsgemeinschaft und kein Selbstbedienungsladen.
  2. RUS wurde vom Westen weniger als Partner denn als Konkursmasse angesehen und gedemütigt.
  3. Die Grundwerte deutscher Außenpolitik können nur mit Russland durchgesetzt werden.
  4. Über das Vetorecht im Sicherheitsrat interpretiert Putin die Prinzipien des Völkerrechts.
  5. Die Brände im Nahen Osten wie in Afrika sind nachhaltig nur mit Moskau zu löschen
  6. Russland hat den 2. Weltkrieg mitgewonnen, fühlt sich aber seit 1990 als Verlierer des Friedens
  7. „Putin-Doktrin“: begrenzte Souveränität der Nachbarn, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind?
  8. Antirussische Vorbehalte haben in Deutschland lange Tradition. Sie wurden in zwei Weltkriegen verfestigt.
  9. Zentrale Schwächen: Fehlen potenter Partner, Wirtschaft ohne nennenswerte Innovationen.
  10. Putin bleibt wegen seines Störpotentials dennoch ein wichtiger Akteur auf der Weltbühne.
  11. Trotz aller Systemunterschiede hat die Europäische Union gemeinsame Interessen mit Moskau.
  12. Moralische Entrüstung ist kein Ersatz für selbstkritische Analyse westlicher Russlandpolitik.
  13. Ohne Putin wird es keine dauerhafte und tragfähige Sicherheitsarchitektur in Europa geben.
  14. Zivilisation ist Bewegung und kein Zustand, eine Reise und kein Hafen (Arnold Toynbee).

Fredo Endres , Jahrgang 1941, Diplom-Verwaltungswirt, arbeitete nach dem Staatsexamen beim Berliner Senat, im Bonner Ministerium für Entwicklungshilfe. Ab 1975 diente er 16 Jahre als Bürgermeister in Baden-Württemberg. Der mehrfache Buchautor und langjährige Hochschuldozent ist Vater zweier Kinder. Er wirkt als Trainer für Mitarbeiterführung und Vortragsreferent für Europa, Frankreich, Italien und Russland. Zuletzt war er für die EU in Bulgarien, Weißrussland und der Ukraine tätig, von 1990 – 2008 auch in den neuen Bundesländern.