Eindrucksvolles Zeugnis christlicher Kultur in Ravensburg

26.08.2015, aS
Eindrucksvolles Zeugnis christlicher Kultur in Ravensburg
Quelle: Siegfried Heiss
Ralf Reiter erläutert die Kreuzwegstationen und ihre Sanierung, hier die sogenannte 6.Station "Veronika reicht Jesus das Schweißtuch".

Über 40 Teilnehmer und Gäste konnten im Rahmen des CDU Sommerprogrammes mit dem Vorsitzenden des Fördervereins "Kreuzweg Schwarzwäldle" Dr. Ralf Reiter die bedeutende Sakrallandschaft am Höhenzug des Schwarzwäldle oberhalb der Brauerei Leibinger erleben. Kenntnisreich erläuterte Reiter auch die theologische Entstehung der Kreuzwege innerhalb der Kirchengeschichte vor allem in der Barockzeit und im 19. Jahrhundert und stellte sie in den Kontext des Neuen Testamentes.

Das gesamt Ensemble, darunter der Kreuzweg, geschaffen von dem bedeutenden Ravensburger Bildhauer Theodor Schnell der Ältere (1836 - 1909), eine Ölberggrotte, eine Nachbildung der Wallfahrtsstätte von Lourdes, sowie ein "Heiliges Grab"  sind dringend sanierungsbedürftig. Dazu hat sich im Januar 2015 ein Förderverein auf Initiative der Kirchengemeinde Liebfrauen und des Bürgerforums Altstadt gegründet.

Die Sakrallandschaft am Kreuzberg, volkstümlich "Schwarzwäldle" genannt entstand in den Jahren 1886 - 1889 und ist ein eindrucksvolles Zeugnis christlicher Kultur aus der Zeit des Historismus. Sie steht auch in unmittelbarer Verbindung zum benachbarten Hauptfriedhof, der ab 1875 neu angelegt wurde.

Im Herbst werden die 14 Holzreliefs des Kreuzweges vom beauftragten Restaurator Herbert Eninger aus Unterwaldhausen (bei Wilhelmsdorf) ausgebaut. Erste Voruntersuchungen sind bereits von ihm durchgeführt und mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt worden.

Die Holzreliefs werden zunächst in der Kirchengemeinde Liebfrauen aufbewahrt und damit vor den Witterungseinflüssen des Winterhalbjahres bewahrt. Der Restaurator wird die ersten zwei Reliefs - eine von der Witterung mitgenommene und eine gut erhaltene - bemustern und begutachten. Insgesamt ist die Sanierung aller 14 Reliefs auf ca. 100.000 Euro veranschlagt. Grund genug, so die die stellvertretende Vorsitzende und Kirchengemeinderätin Barbara Maier und der Schatzmeister des Fördervereins Hans Necker um in eine intensive Öffentlichkeitsarbeit einzutreten und um Spenden zu werben. Ein Flyer, der für die Erhaltung des Kulturgutes wirbt ist bereits aufgelegt worden, und liegt in den Kirchengemeinden aus. Ebenso ist ein Spendenkonto eingerichtet worden.

Der Ravensburger Kreuzweg solle vor dem Verfall gerettet, restauriert und für die Zukunft gesichert werden, betonte Ralf Reiter. In weiteren Schritten gelte dies auch für die Ölberggrotte, für die Lourdesgrotte und das "Heilige Grab".

Ebenso will man die einmalige Gesamtanlage auch mit Unterstützung der Stadt Ravensburg insgesamt erhalten.