B 30 im Ravensburger Süden

01.07.2018
B 30 im  Ravensburger Süden
Quelle: CDU Stadtverband Ravensburg
August 2016 in Untereschach (Hof Brugger): Stadtrat Markus Brunner, CDU Vorsitzender Eschach erläutert die Bauabschnitte der B 30 Süd. Jährlich führt der CDU Stadtverband im Rahmen des Sommerprogramms öffentliche Führungen auf den Baustellen durch.
 
➤ Arbeiten im Bereich Ravensburg-
Süd gehen voran
➤ Erstes Teilstück wird
im Herbst 2018 freigegeben, Baufertigstellung Ende 2019
➤ Linienfindung der Umgehung Meckenbeuren unklar
Dieses Jahr sollte die 5,5 Kilometer lange B-30-Umgehung Ravensburg- Süd (sechster Bauabschnitt) komplett für den Verkehr freigegeben werden – so wurde beim offiziellen Spatenstich am 3. Juli 2013 angenommen. Doch daraus wird nur teilweise etwas. Freigegeben wird voraussichtlich im Herbst 2018 der Bauabschnitt 2 der Umgehung (Anschlussstelle Gewerbegebiet Karrer bis B 30-alt bei Ravensburg-Untereschach/Meckenbeuren-Senglingen), berichtet Dirk Abel, Leiter der Koordinierungs- und Pressestelle des Regierungspräsidiums Tübingen. „Die gesamte Strecke kann aus heutiger Sicht Ende 2019 dem Verkehr übergeben werden. Nach der Verkehrsfreigabe der B 30-neu erfolgt noch der Rückbau der nicht mehr benötigten Verkehrsflächen und die Bepflanzung. Diese Arbeiten werden aus heutiger Sicht im Jahr 2020 ausgeführt und auch abgeschlossen.“ 
80 Millionen Euro Baukosten 
Die Umgehung Ravensburg-Süd ist über die Jahre erheblich teurer geworden. 2010 war noch von rund 50 Millionen Euro die Rede, beim Spatenstich 2013 waren es schon 63 Millionen Euro. „Unter Berücksichtigung der zurzeit höheren Kosten für Baumaßnahmen ergeben sich aus heutiger Sicht Baukosten in Höhe von zirka 76 Millionen Euro. In diesen Kosten ist die Schussenverlegung (bereits vorab 2007) und auch der Rückbau der nicht mehr benötigten Verkehrsflächen enthalten. Zuzüglich ergeben sich noch Kosten für den Grunderwerb in Höhe von rund 4 Millionen Euro“, berichtet Abel.
Die Umgehung der B 30 Süd hat drei Bauabschnitte. Begonnen wurde mit dem Abschnitt 2 laut Abel direkt nach der offiziellen Baufreigabe und dem Spatenstich mit der Herstellung von Vorschüttungen. „Die Straßenbauarbeiten in diesem Teilabschnitt sind abgeschlossen. Es fehlen noch Schutz- und
Lärmschutzwände für die Fauna im Bereich des FFH-Gebietes Schwarzach, die Fahrbahnmarkierung und die Schutzplanken“, erklärt Abel.
Es folgte zeitlich der Bauabschnitt 1 (Anschlussstelle Ravensburg-Süd bis zur Anschlusstelle Karrer) im August 2014. „Derzeit werden in diesem Teilabschnitt zwei Brücken hergestellt, die voraussichtlich im Juli bzw. November 2018 fertig sind. 
Arbeiten an der Grundwasserwanne
Und es laufen noch die Arbeiten an der Grundwasserwanne, deren Fertigstellung voraussichtlich im September 2018 erfolgt. Die Straßenbauarbeiten beginnen im Sommer“, so Abel. Hier gab es im März 2017 eine kleine Verzögerung, weil sich Anwohner über die Injektionsarbeiten zur Verfestigung des Untergrunds im Bereich der Grundwasserwanne bei der Bahnlinie gestört fühlten, was Messungen bestätigten. Die Anliegen der Anwohner hatte die CDU Eschach öffentlich gemacht. In der Folge wurde die Nachtarbeit hier eingestellt, was laut Abel zu einer Verzögerung bei der Fertigstellung der Grundwasserwanne von rund zwei bis drei Monaten führte.
Der Bauabschnitt 3 (B 30-alt westlich von Unterschach bis zur B 467 vor Meckenbeuren-Hegenberg) wurde mit einer Vorschüttung im Oktober 2016 begonnen. Derzeit werde eine Brücke hergestellt, berichtet Abel, die im Juli fertig werden soll, auch dort beginnen im Sommer die Straßenbauarbeiten. „Für diesen Abschnitt wird es keine gesonderte Verkehrsfreigabe geben“, sagt Abel. Verzögerungen beim Bau seien durch Lieferengpässe bei Baumaterialien und -teilen wegen der vielen Straßenbauprojekte nicht ganz auszuschließen, machte der Pressesprecher eine kleine Einschränkung. 
Infrastrukturelles Jahrhundert-Bauwerk 
Dazu der CDU Fraktionsvorsitzende August Schuler, MdL: „Trotz der Bauverzögerungen freuen wir uns mit der gesamten Bevölkerung auf die Teilöffnung 2018 und die gesamte Baufreigabe 2019. Nach fast vier Jahrzehnten (!) und sechs großen Bauabschnitten ist damit die Umgehungstrasse des Mittleren Schussentals, der Städte Ravensburg und Weingarten, sowie der Gemeinden Baienfurt, Baindt, Berg und Wolpertswende abgeschlossen. Das ist ein infrastrukturelles Jahhundert-Bauwerk! Jetzt gilt es intensiv die Ost-West-Trasse und die Planungen für den Molldietetunnel in Ravensburg anzugehen!“
Umgehung Meckenbeuren  - Zeitplan und Linienfindung unklar
Unklar ist, wann der Ausbau der B 30 von Untereschach über Meckenbeuren nach Friedrichshafen weitergeführt wird. Nach Zahlen von Modus Consult (Ulm) bewegen sich auf der Nord-Süd-Achse im Bereich zwischen dem Ravensburger Süden und Meckenbeuren im Schnitt 44 500 Fahrzeuge täglich. Belastbare Aussagen zum weiteren Ausbau, B-30-Umgehung Meckenbeuren und Weiterbau Richtung Friedrichshafen sind laut Abel nicht möglich. Aktuell ist man in der Vorplanung, konkret geht es um die Linienfindung.
Text: Pressestelle RP Tübingen, 
Südkurier Redaktion Markdorf,
CDU Stadtverband Ravensburg