Bürgerworkshop sieht Chancen für mehr Sicherheit - Vielfältige Ideen zu Prävention und Intervention

19.01.2019, SB
Die Ergebnisse des vom CDU Ortsverband Ravensburg initiierten Bürgerworkshops zur Sicherheit in Ravensburg zeigen deutlich: Es braucht einen ausgewogenen Mix aus präventiven und restriktiven Maßnahmen. „In beiden Bereichen ist auf kommunaler Ebene mehr möglich“, ist sich der Vorsitzende des CDU Ortsverband Ravensburg, Christoph Sitta, sicher. „Der Bürgerworkshop hat gezeigt, dass das vielschichtige Thema die Bürgerinnen und Bürger bewegt und sie sich konstruktiv einbringen. Ich würde mich freuen, wenn dies ebenso für alle Gemeinderatsfraktionen gelten würde und sie sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen“, so Sitta weiter.

In vier Gruppen haben die Teilnehmer des Bürgerworkshops das Sicherheitsthema bearbeitet: sichere Schulwege, Innenstadt und Bahnhof. Darüber hinaus hatten die ehrenamtlichen Blaulichtorganisationen die Möglichkeit, ihre Anliegen vorzubringen.

 

Mit Fahrbahnmarkierungen (vgl. Foto) in Schulnähe sollen die Verkehrsteilnehmer auf ein umsichtiges Fahrverhalten hingewiesen werden.

Das Aufgabenprofil des Ordnungsamtes sollte erweitert werden in Form einer Abkehr der reinen Überwachung des Parkraums. Hier gilt es personell aufzustocken und im Hinblick auf Einhaltung der Sperrzeiten sowie der Bekämpfung von Vandalismus und Graffiti die Dienstzeiten auszuweiten.

Aufgrund der positiven Auswirkungen des Einsatzes des Sozialarbeiters schlugen die Teilnehmer die Installierung einer weiteren Stelle für den Bereich des Bahnhofs vor. Gerade für dieses Umfeld rückten zwei weitere potentielle Anlaufstellen in den Fokus: Die Stadt sollte sowohl eine Kooperation mit dem Württemberger Hof prüfen als auch eine im Zuge der Bahnhofserneuerung wiederzubelebende Anlaufstelle der Bahnhofsmission anstreben. Des Weiteren waren die Arbeitsgruppen aus Gründen der Abschreckung und zur verbesserten Strafverfolgung mehrheitlich dafür, eine Videoüberwachung im Bereich von Brennpunkten einzurichten. Darüber hinaus sollte die deeskalierende Wirkung klassischer Musik in der Bahnhofsunterführung genutzt werden, womit Großstädte vielfach gute Erfahrungen gemacht haben. Eventuell lässt sich auch die Einrichtung eines Bundespolizeireviers am Bahnhof Ravensburg verwirklichen.

Im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofareals und des südlichen Marienplatzes wird es wichtig sein, städtebaulich kriminal-präventive Gesichtspunkte in der Architektur zu berücksichtigen. Hierzu wird der CDU Ortsverband Ravensburg auch landespolitisch Initiative ergreifen, um diesen Baustein über die Stadtgrenzen Ravensburgs hinaus zu forcieren.

Nicht vergessen sollten wir die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die sich tagtäglich für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt einsetzen. Da Bund und Land seinen finanziellen Pflichtaufgaben im überwiegend ehrenamtlich getragenen Katastrophenschutz aktuell nur unzureichend nachkommen, sollten über den Städtetag Verbesserungen eingefordert werden. Letztendlich treffen die Mängel im Schadensfall die Bevölkerung unmittelbar vor Ort.

 

Begleitend zur Umsetzung der Ideen des Bürgerworkshops erscheint es sinnvoll die Ressourcen der Hochschule Ravensburg-Weingarten zu nutzen, um Ursachenforschung zu betreiben und die Maßnahmen wissenschaftlich zu begleiten.